Die Hagebutte im arabischen Raum

Die Apfelrose (Rosa villosa) wird auch Hagebutte genannt. Sie ist eine im Orient heimische Wildrose, die heute von Kleinasien bis Europa beheimatet ist. Durch gezielten Anbau gelangte die ursprünglich vor allem in Gebirgsregionen beheimatete Art auch ins Flachland. Man schätzt ihre großen fleischigen Hagebutten als Vitamin-C-reiche Frucht. Mönche gehörten zu den Ersten, die sie gezielt als Heilpflanze in ihren Apothekergärten nutzten. Aber der sehr hohe Vitamin-C-Gehalt ist nur ein zusätzlicher positiver Aspekt von der Hagebutte. Die Früchte enthalten sehr viele Inhaltsstoffe, die allesamt gesund sind. Sollte die Hagebutte richtig verarbeitet werden, entsteht ein heimisches Superfood. Außerdem hilft die Hagebutte als haltbares Nahrungsergänzungsmittel zum Beispiel bei Rückenschmerzen.

Ein Strauch voller reifer Hagebutten.

Die Hagebutte ist sehr reich an Vitamin C

Die Hagebutte ist nahezu eine Vitamin-C-Bombe. In 100 Gramm an Hagebutte sind bis zu 1250 Milligramm Vitamin C enthalten. Natürlich ist dies von dem Reifegrad und der Art abhängig. 1250 Milligramm an Vitamin C sind mehr als das Zehnfache, was ein Erwachsener täglich zu sich nehmen sollte. Es ist somit fast 25 Mal so viel Vitamin C enthalten wie in Zitronen. Zitronen enthalten 53 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm. Außerdem werden im Arabischen Raum sehr häufig Blasenentzündungen mit der Hagebutte bekämpft. Die Araber setzen die Hagebutten sehr häufig bei älteren Menschen ein, da sie appetitfördernd wirkt. Außerdem muss beachtet werden, dass das Pektin, welches in der Hagebutte enthalten ist, sehr gut für die Darmgesundheit ist. Der Pflanzenstoff Lycopin schützt vor Krebs. Die Flavonoiden, die enthalten sind, wirken vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wirken sich positiv auf den Kreislauf aus. Darüber hinaus enthalten die Hagebutten noch die Vitamine B1 und B2, Kalium, Zink, Kupfer, Magnesium und Beta-Carotin, welches die Körper- und Hautzellen schützt.

Welche Erkenntnisse über Hagebutten gibt es aus der Forschung?

Im Jahre 2007 wurde an der Universität Freiburg eine Studie durchgeführt, welche das Ergebnis hatte, dass die Hagebutte bei Rückenschmerzen sowie Knie- und Hüftarthrosen hilft. Eine andere Studie hatte im Jahr 2010 ergeben, dass die Schmerzen von Rheuma-Patienten stark gelindert werden können, wenn jeden Tag fünf Gramm an Hagebuttenpulver eingenommen wird. Allerdings muss dies über einen Zeitraum von einem halben Jahr eingenommen werden.

Wie werden Hagebutten im Arabischen Raum geerntet?

Die Araber pflücken die Hagebutten zwischen September und Dezember. Umso später die Früchte geerntet werden, desto reifer sind sie und desto weniger Bitterstoffe sind enthalten. Nach den ersten Frostnächten weisen die Früchte einen süßen Geschmack auf. Dies ist auf den steigenden Zuckergehalt zurückzuführen. Im Arabischen Raum werden vor allem Hagebutten verwendet, die nicht unmittelbar neben einer Straße gewachsen sind. Dies resultiert daraus, da in diesen Hagebutten weniger Schadstoffe vorhanden sind. Beim Pflücken werden Handschuhe getragen, da die Hagebutten über eine Vielzahl an Dornen verfügen.

Die Verarbeitung der Hagebutten

Die Araber verarbeiten die Hagebutten entweder frisch oder trocken. Beim Vorgang des Trocknens werden die Früchte halbiert oder ganz an einem sonnigen und trockenen Ort im Haus aufbewahrt. Alternativ werden die Hagebutten dort auch im Backofen getrocknet. Danach werden die Kerne aus dem Fruchtfleisch getrennt. Am besten sollte beides über ein Sieb gerieben werden. Dies resultiert daraus, da an den Kernen feine Härchen mit Widerhaken zu finden sind. Sollte auf einem Sieb gerieben werden, können diese abfallen.

In der arabischen Küche werden die Hagebutten sehr häufig zu Hagebuttenmus verarbeitet. In diesem Fall müssen die Blätterreste und die Pflanzenstängel entfernt werden. Anschließend werden sie in einen Topf gegeben und mit Wasser bedeckt. Das Wasser muss rund 20 Minuten köcheln. Danach können die Früchte im Wasser püriert werden. Die entstandene Masse kommt in eine Passiermühle* und wird dann über einen zweiten Topf passiert. Dies geschieht so lange, bis nur noch wenig Fruchtfleisch vorhanden ist.

Die Flüssigkeit muss anschließend noch mal aufgekocht werden. Sollte der Hagebuttengeschmack zu sauer sein, geben die Araber häufig noch etwas Zucker dazu, um den Geschmack auszugleichen. Alternativ können auch ein süßer Apfel oder etwas Vanille dazugegeben werden. Je länger die Masse kocht, desto dickflüssiger wird das Mus. Es muss gut umgerührt werden.

Das entstandene Produkt wird im Arabischen Raum in Gläser gefüllt. Diese werden verschlossen und anschließend kopfüber auf ein Küchentuch gestellt werden. Dies ermöglicht, dass die Luft vollständig entweicht und das Produkt länger haltbar ist. Nachdem das Hagebuttenmus einmal geöffnet worden ist, sollte es binnen kürzester Zeit verzehrt werden.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang beachtet werden, dass das Vitamin C hitzeempfindlich ist. Dies bedeutet, bei der Mus-Variante wird der Gehalt absinken. Um den Gehalt an Vitamin C nicht zu verlieren, gibt es eine andere Variante. Es kann Hagebuttenpulver hergestellt werden. Es handelt sich im Arabischen Raum um ein klassisches heimisches Superfood. Hierfür werden die Früchte zerkleinert. Anschließend müssen sie bei rund 80 Grad im Backofen oder alternativ an der Luft getrocknet werden. Nachdem dies geschehen ist, wird die Frucht durch ein Sieb gerieben, damit die Härchen entfernt werden können. Die Kerne werden von den Arabern mit einer Kaffeemühle gemahlen. Dies geschieht so lange, bis das Pulver eine hellbraune bis beige Farbe erlangt.

Wie wird Hagebuttentee im Arabischen Raum selbst hergestellt?

Häufig stellen die Araber aus dem getrockneten Fruchtfleisch Tee her. Dieser ist ein Klassiker bei der Behandlung von Erkältungen. Zuerst müssen die Hagebuttenfrüchte gewaschen und anschließend halbiert werden. Danach werden die Kerne und die Härchen entfernt und die Früchte getrocknet. Für eine Tasse Tee reicht es aus, wenn ein bis zwei gehäufte Teelöffel der zerkleinerten und getrockneten Hagebutten benutzt werden. Diese müssen allerdings zehn Minuten mit heißem Wasser übergossen werden und anschließend ziehen. Es sollte allerdings beachtet werden, dass sich das Wasser nicht rot färben wird. Die rote Farbe entsteht bei den handelsüblichen Tees von Hibiskus.

Fazit

Zusammenfassend kann somit geschlussfolgert werden, dass es sich bei der Hagebutte um eine sehr sinnvolle Frucht handelt, die vor allem im Arabischen Raum sehr häufig benutzt wird. Das Hagebuttenpulver ist dort ein heimisches Superfood. Es gibt unterschiedliche Varianten, wie die Hagebutte von den Arabern verarbeitet wird. Sollte jedoch ein hoher Gehalt an Vitamin C gewünscht sein, muss die Hagebutte zu Hagebuttenpulver verarbeitet werden. Bei den anderen Verarbeitungsmöglichkeiten sinkt der Gehalt an Vitamin C drastisch, da dieses hitzeempfindlich ist.

Ein bisschen Orient für Zuhause

Wenn man einmal vom Orient-Fieber gepackt wurde, lässt es einen meist nicht mehr los. Doch auch der schönste Urlaub ist einmal vorbei und auswandern für viele keine Option. Deshalb stelle ich hier einige Möglichkeiten vor, sich etwas Orient-Feeling nach Hause zu holen.

Orientalische Küche

Kaum etwas kann so gut Erinnerungen hervorrufen wie Geschmack und Geruch. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lassen sich in der heimischen Küche köstliche orientalische Gerichte zaubern, die die Sinne verwöhnen und für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Gewürze wie zum Beispiel Kreuzkümmel, Kardamom, Safran, Gewürznelke, Zimt oder Sternanis. Speisen wie Baba Ghanoush, Hummus, Pide und Hähnchen-Tajine sind auch für Koch-Neulinge leicht zuzubereiten. Als Dessert bieten sich Datteln oder die beliebte Süßspeise Baklava an, welche Blätterteig, Honig und Nüsse auf einzigartige Weise kombiniert.

Wasserpfeife rauchen

In vielen Ländern des Orients ist die Shisha, wie die Wasserpfeife auch genannt wird, oftmals der Mittelpunkt bei Zusammenkünften mit Freunden. Das gemeinsame Rauchen wird zelebriert und sorgt für Entspannung. Hierzulande erfreuen sich Shishas mittlerweile ebenfalls großer Beliebtheit. In nahezu jeder Stadt gibt es mehrere Shisha-Bars, in denen in netter Gesellschaft Wasserpfeife geraucht werden kann. Dabei stehen Tabaksorten in den verschiedensten Geschmacksrichtungen zur Auswahl. Klassiker sind fruchtige Sorten wie Doppelapfel, Traube oder Pfirsich, doch auch außergewöhnlichere Varianten wie Minze, Cola oder sogar Käsekuchen werden angeboten. Wer mag, kann sich natürlich auch selbst ein Shisha Set kaufen und so jederzeit eine orientalische Auszeit genießen.

Entspannung im Hamam

Hammam-e Ali Gholi Agha, Isfahan, Iran

Auch in Deutschland kann man in den Genuss der orientalischen Bade- und Körperkultur kommen. Zugegeben, Hamams sind hier nicht so authentisch wie in der arabischen Welt, es handelt sich hierzulande weniger um öffentliche Badehäuser als um Spas. Dennoch sind Hamams in Deutschland einen Besuch wert. Diese sind häufig in Hotels integriert und bieten verschiedene Wellnessbehandlungen an. Neben einem Aufenthalt im Schwitzraum gehören auch Peeling und Massage zum Hamam-Erlebnis. Beliebte deutsche Hamams gibt es unter anderem in Hamburg, Frankfurt, Berlin, München und Düsseldorf.

Orientalischer Tanz

Es gibt jede Menge Unterarten des orientalischen Tanzes. Umgangssprachlich wird er hier häufig als Bauchtanz beschrieben, was ihm jedoch nicht gerecht wird. Es geht zwar viel um Bewegungen von Bauch, beziehungsweise Hüfte, doch der ganze Körper wird beim orientalischen Tanz eingesetzt. Er ist ausgesprochen sinnlich und schön anzusehen, aber auch ein anerkannter Sport. Ursprünglich handelte es sich vermutlich um einen Fruchtbarkeitstanz. Viele Tanzschulen und einige Sportvereine bieten Kurse für orientalischen Tanz in Deutschland an. Eine tolle Möglichkeit, das eigene Körpergefühl und die Fitness zu steigern, während man gleichzeitig etwas Neues lernt und weiteren Einblick in die orientalische Kultur erhält.